DIY: How to COMFORTABLY shit in the woods

von Weg als Ziel

Jeder mit der einen oder anderen Stunde Outdoorerfahrung kennt es. Quietschfidel den Hügel hoch und rein in den Wald, da melden sich plötzlich die Instantnudeln vom Vorabend mit einem brodelnden Grummeln im Magen.

Jetzt muss es schnell gehen, immerhin haben wir keine oder nur wenig Wechselwäsche dabei. Hose runter und Vollgas…

Die Verrichtung der Outdoornotdurft ist ein viel diskutiertes Thema im Netz. So und so viel Meter Mindestabstand zum nächsten Gewässer, Hinterlassenschaft vergraben oder nicht, Papier verbrennen oder doch lieber im Ziplock Beutel mit nach Hause tragen, Klopapier vs Wasser… viele Meinungen und Ideologien tummeln sich im Netz. Trotz zahlreicher sinnhafter Hinweise, Tipps und Tricks ist das große Geschäft doch eine sehr individuelle Angelegenheit.

Ich möchte heute nicht auf das Für und Wider dieser vielbesprochenen Aspekte der Outdoortoilette eingehen, hier muss jede/r selbst für sich entscheiden wie er oder sie „es“ erledigt. Vielmehr möchte ich euch meine komfortable Art des Verrichtens präsentieren.

Im Leben Indoor ist für mich der Gang auf die Toilette zumeist ein entspannender und erholsamer Moment (wie Studien belegen bin ich nicht der einzige dem es so geht), Zeitschrift in die Hand und abschalten. Nach einem langen Wandertag sind die Muskeln angestrengt, die langen Minuten in der Skifahrerhocke belasten mehr als das sie entspannen. An Zeitschrift lesen ist nicht zu denken. Schnell drücken und rudimentär säubern, so sah es bisher im Outdooralltag aus.

Heute plane ich diesen intimen Moment in der Natur besonders, damit ich auch hier Entspannung finden kann. Schließlich bin ich ja zum Entspannen hier draußen unterwegs.

Hier meine kurze Anleitung zum komfortablen Loswerden des Ballasts:

  1. Know Yourself:

Achte auf die Signale deines Körpers. Bereits beim Ersten Grollen und Grummeln im Magen kannst du dich darauf einstellen bald hinter die nächsten Buschen zu verschwinden. Ich verabschiede mich lieber ein paar Minuten zu früh vom Weg, so bleibt mir genügend Zeit für die Vorbereitung der nächsten Schritte. Der nötige Druck verkürzt die reale Zeit welche bei der Weiterwanderung bis zum „Zutage treten“ ausständig gewesen wäre. Diese gewonnenen Minuten können für die Ausführung von Schritt 2 aufgewendet werden. Bei Verstopfung oder hartem Stuhlgang können die Schritte entsprechend gemächlicher ausgeführt werden.

  1. Finde deinen Happy Place:

Durch die Einhaltung von Schritt 1 haben wir wertvolle Zeit gewonnen und können uns nach einem geeigneten Platz für die Notdurft umsehen. In menschenleeren Gegenden kann dies auch mal ein Platz mit toller Aussicht und Rundumblick sein. In Gegenden in denen Mitmenschen anzutreffen sind empfiehlt sich ein geschützter Platz. Generell solltest du dich an diesem Platz wohl und sicher fühlen, damit du im weiteren Verlauf richtig entspannen kannst.

Unabhängig von den allgemeinen Regeln wie beispielsweise sich lediglich fernab von Wasserläufen zu erleichtern, sollte für die Errichtung eines komfortablen stillen Örtchens das Gelände geeignet sein und zumindest ein festes, gerades und ausreichend langes Stück Holz (Ast) vorhanden sein, welches idealerweise zumindest auf einer Teillänge wenig bis keine Äste besitzt (im Notfall Äste entfernen), nicht harzig ist und generell eine möglichst hautfreundliche Oberfläche aufweist.

Ich sammle bereits beim ersten Grollen einen passenden Ast oder kleinen Stamm und mache mich dann mit diesem auf die Suche nach einem nahen und geeigneten Platz.

Geeignete Plätze sind beispielsweise enge Gräben, Geländemulden, kleine Felsklüfte, zwei nahe beieinanderliegende horizontal liegende Baumstämme, Baumstümpfe oder Gesteinsbrocken/Felsen.

  1. Bau dir einen Donnerbalken:

Hast du einen geeigneten Ast und Ort gefunden, legst du dieses Holzstück auf die natürliche Engstelle (z.B. auf zwei nahe Baumstümpfe). Alternativ klemmst du den Ast in die Engstelle (z.B. in eine Scharte). Der Ast sollte möglichst horizontal und stabil liegen.

Gehörst du zu der Art von Menschen die ihre Hinterlassenschaften in der Natur vergraben, lege ein Loch etwa zehn Zentimeter mittig unterhalb des Astes an. Verwende dazu einen Stein, einen festen Ast oder ein stabiles Stück Rinde (die mitgebrachte Schaufel hilft allerdings auch). Das verwendete Grabinstrument solltest du griffbereit ablegen. Das Loch sollte relativ zum Ast in der Richtung der schlechteren Aussicht angelegt werden. Die Größe bzw. Tiefe des Loches orientiert sich an den eigenen Erfordernissen, sollte jedoch nicht zu klein ausfallen.

Bist du in Besitz von Trekkingstöcken (alternativ eignet sich auch ein längerer, dünner Stecken aus Holz) kannst du einen dieser eventuell auf der lochabgewandten Seite des Astes seitlich verkeilen. Die Spitze des Trekkingstockes zeigt dabei leicht schräg nach oben. Wenn du zu den Personen gehörst die zur Reinigung Toilettenpapier (auf Rolle) verwenden, dann kannst du die Rolle griffbereit auf die Spitze des Trekkingstockes (bzw. eines geeigneten Astes) stecken.

So kann z.B. eine komfortable Outdoortoilette aussehen:

Hier sind alle natürlichen Werkstoffe bereits vor Ort zur Verfügung gestanden. Die Toilette ist also in wenigen Augenblicken einsatzbereit gewesen.

4. Entspanne dich:

In entblößtem Zustand setzt du dich mit deinem Hinterteil mittig auf den Ast. Der Ast berührt dabei die beiden Beine etwa im oberen Drittel der Oberschenkel. Der männliche Gehang befindet sich somit aus Sitzqualitätsgründen auf der Seite mit dem Loch im Boden. Frauen haben freie Wahl der Sitzposition. Die Falllinie der festen Fäkalien liegt jedoch immer direkt über dem vorbereiteten Loch.

Nun ist es an der Zeit dich gehen zu lassen. Relax and enjoy. Hast du eine Zeitschrift dabei kannst du richtig abschalten. Alternativ kannst du auch den weiteren Wegverlauf auf der Karte oder dein mitgebrachtes GPS checken.

Nach getaner Arbeit rollt sich die auf der Halterung vorbereitete Rolle Klopapier wie von selbst ab und sorgt für ein frisches und sauberes Gefühl zwischen den großen Backen.

5. Verlasse die Toilette so wie du sie vorfinden möchtest:

Wie auch im Indoorgebrauch solltest du die Toilette nach Gebrauch so verlassen wie du sie vorfinden möchtest.

Das heißt:

  • Du vergräbst die Hinterlassenschaften mit dem bereitgelegten Grabwerkzeug, verbrennst das verwendete Papier oder stopfst alles in deinen extra mitgebrachten Ziplock Beutel (je nach Ideologie wie bereits eingangs erwähnt). Deine Ausscheidungen interessieren die nachfolgenden Wanderer erstens nicht, zweitens wollen wir nicht, dass wilde Tiere sich daran laben.
  • Du baust den Donnerbalken so sorgfältig ab, wie du ihn aufgebaut hast.

6. Hygiene danach:

Der nächste Müsliriegel lässt nicht lange auf sich warten und am Abend soll es wieder Instantnudeln geben. Klar dass wir eventuelle Reste von unseren Fingern und Händen entfernen. Im Idealfall hören wir ein Gewässer in ausreichender aber naher Distanz plätschern. Endlich macht sich das mitgeschleppte Desinfektionsgel bezahlt. Manchmal tut es aber auch nur ein kleines bisschen Wasser aus der Trinkflasche welches über die Hände geschüttet wird.

Für Reste unter den Fingernägeln eignet sich ein kleiner Ast, ein mitgebrachter Zahnstocher, eine Pinzette oder die Nagelschere. In diesem Fall sollte man sich aber vielleicht beim nächsten Mal auch einfach ein bisschen weniger entspannen und mehr beim Säuberungsvorgang konzentrieren.

Teile deine Erfahrungen mit uns! Kennst du komfortablere Weisen die Notdurft Outdoor zu verrichten? Hast du diese Variante vielleicht bereits ausprobiert? Was denkst du darüber?

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1 Kommentare

braunalee 10. August 2015 - 21:30

Habe schon auf den Poste gewartet! Bei gelegenheit werd ich es versuchen. Danke!

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